Billige Tonerde ist kein gutes Zeichen, sondern eine andere Darstellung zerstörter Smelter

In Teil 1 habe ich Ihnen gesagt: Kommt keine Tonerde rein, kommen keine Bolzen raus. Punkt. Die meisten haben genickt und dann gefragt: „Schön und gut, Josten. Aber woran soll ich das sehen? Ich habe keinen Smelter am Persischen Golf, ich habe einen Schreibtisch in Krefeld, Köln, Urdenbach, München oder eben sonst wo. Also was ist Story und was Wahrheit?“

Also, dass die meisten keinen Smelter haben, ist klar, aber man kann drei Zahlen betrachten:

Zahl 1: Die Fracht, die nicht mehr reinfährt

Fangen wir mit dem Wert an, der richtig wehtut: Die Tonerde-Importe in den Nahen Osten sind im März 2026 um rund 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Nicht um drei Prozent. Nicht „etwas weniger“. Fast zwei Drittel!

Erinnern Sie sich: Für eine Tonne Aluminium braucht eine Hütte rund zwei Tonnen Tonerde – kontinuierlich, per Schiff. Tonerde ist das Blut im Kreislauf. Und dieser Kreislauf hat im März fast zwei Drittel seines Nachschubs verloren.

Das war kein vager Blick in die Kristallkugel, sondern kalte Handelsdaten die kamen, bevor die Produktion zusammenbrach: Im April lag die Golf-Produktion bei 330.000 Tonnen. Das ist ein Minus von 35 Prozent zum Vorjahr und der niedrigste Stand seit über einem Jahrzehnt. Die Frachtdaten im März waren die rote Warnleuchte – der Produktionseinbruch im April die logische Folge.

Wo ist die Tonerde denn hin?

Sie ist nicht weg. Sie ist nach China.

Tonerde verdunstet nicht, nur weil ein Frachter nicht durch Hormus will. Sie sucht sich einen anderen Abnehmer. Und den hat sie gefunden: Chinas Tonerde-Importe haben im März ein Zwei-Jahres-Hoch erreicht. Die Ladungen, die eigentlich Richtung Golf schippern sollten, haben Kurs auf China genommen.

Zahl 2: Der Tonerdepreis (FOB Australien) – Vorsicht vor dem Denkfehler!

Jeder starrt auf die LME. Fast niemand schaut auf den Tonerdepreis – dabei ist das die Notierung, die äußerst interessant ist, um Zusammenhänge zu kapieren. Es gibt auch eine Notierung dafür: den FOB-Australien-Tonerdepreis, den zum Beispiel Platts und Fastmarkets täglich notieren. Warum Australien? Nun, weil Australien der mit Abstand größte seewärtige Lieferant ist, und weil es genau die Tonerde ist, die die Golf-Hütten verarbeiten und aus denen die besagten Pressbolzen nun einmal entstehen.

Und wo steht diese Notierung aktuell? Bei rund 300 Dollar je Tonne. Zur Einordnung: Im vierten Quartal 2024 waren es noch rund 700 Dollar. Ende 2025 etwa 317. Jetzt um die 300. Sie fällt also.

Und jetzt der Denkfehler: „Super. Tonerde ist billig und wird sogar noch billiger. Der wichtigste Rohstoff im Bolzen kostet fast nichts mehr, dann muss der Bolzen doch auch billiger werden. Und das dauert nicht mehr lange. Dann werden die bösen Händler und Werke sehen, was Sie von Ihrer Gier haben …“

Ist nicht! Diese verständliche These ist aus demselben Holz geschnitzt wie der Friedensirrtum aus Teil 1: Hier wird wieder billiger Rohstoff mit der Verfügbarkeit des Endprodukts verwechselt.

Warum ist die Tonerde billig? Weil die Hütten weniger kaufen!

Die Tonerde ist nicht billig, weil plötzlich alles wieder Friede, Freude, Pressbolzen ist. Tonerde ist billig, weil ein riesiger Abnehmer schlicht wenig kauft: die Golf-Hütten. Es ist das alte Spielchen von Angebot und Nachfrage. Eine Hütte, die auf 30 Prozent läuft, kauft 30 Prozent Tonerde. EGA Al Taweelah steht still, Alba humpelt, Qatalum hängt bei 60 Prozent. Deren Hunger auf Tonerde ist eingebrochen. Die Mengen, die dort nicht mehr abgenommen werden, schwappen nach China und drücken den Weltmarktpreis.

Deshalb mein Rat: Lesen Sie den billigen Tonerdepreis nicht als die sehnlich erwartete kühle Brise. Lesen Sie ihn als das, was er ist: das Fieberthermometer kaputter Hütten. Billige Tonerde plus Hütten, die nur auf Sparflamme agieren, ergibt keine billigen Bolzen. Es ergibt teure, knappe Bolzen – und einen niedrigen Tonerdepreis als Quittung für den Stillstand.

Zahl 3: Die Bolzen-Prämie, der Lügendetektor

Kommen wir zu der Zahl, die als Einzige misst, was ein Presswerk tatsächlich zahlt: der Aufschlag für 6063-Strangpressbolzen, Rotterdam, verzollt. Nicht der LME-Grundpreis, nicht die P1020-Massel, sondern der Bolzen-Aufschlag oder Metall-Bulletin.

  • Ende Februar (vor der Eskalation): ca. 495 bis 538 Dollar je Tonne.
  • Anfang März: Krise und Ausbruch auf 590 Dollar.
  • Mitte März: 730 Dollar.
  • Anfang April: 925 Dollar.
  • Ende Mai (Höhepunkt): 1.125 bis 1.200 Dollar je Tonne. Der Aufschlag hat sich mehr als verdoppelt!

Und jetzt der Teil, auf den es ankommt, die „Friedenswochen“. Seit Mitte Juni fällt die LME, der Markt riecht Entspannung. Was macht der Bolzen-Aufschlag? Am vergangenen Freitag, dem 26. Juni: 1.075 zu 1.180 Dollar.

Lassen Sie das mal sacken: Vom Höchststand ist der Geld-Kurs um ganze vier Prozent zurückgekommen, der Brief-Kurs um nicht einmal zwei. Das ist kein Einbruch. Das ist ein Markt, der mal kurz vom Gaspedal geht und trotzdem mit Tempo weiterrollt. Der Aufschlag steht immer noch bei rund dem Doppelten des Vorkrisen-Niveaus.

Genau das habe ich in Teil 1 prognostiziert: Der Bolzenpreis wird leicht fallen, aber nicht wie die LME, nicht zurück auf das alte Niveau und schon gar nicht heute.

Friedensirrtum, Teil 2 – just my 50 Cent

Zwei von drei Zahlen auf dem Monitor fallen: LME und Tonerde. Die dritte, die als Einzige darüber entscheidet, ob Montag ein Bolzen vor dem Ofen liegt, steht noch fast am Allzeithoch. Ein volles Tonerde-Silo in Guangzhou füllt keine Presse im Rheinland.

Die LME fällt. Die Tonerde fällt. Klingt nach Ausverkauf, ist aber das Gegenteil: zwei Preise, die fallen, weil das Stück dazwischen – die Hütte – stillsteht.

Und wer jetzt glaubt, er umgeht das Problem und kauft einfach billig in China: Vergesst es. CBAM und bestehende Anti-Dumping-Regelungen treffen China-Ware voll ins Kontor und machen den Import komplett unrentabel. Woher wir das wissen? Wir sind Händler, seit Jahrzehnten im Geschäft und kennen die Mechanismen.

Bleiben Sie nüchtern. Wir tun es auch.

Warum die LME fällt – die Strangpressbolzen aus EN AW-6063 aber so schnell nicht zurückkommen

Der Markt riecht Frieden, und Donald Trump möchte sich feiern. Die LME ist von ihrem Vierjahreshoch auf unter 3.400 USD gefallen, in Genf wird ein Rahmenabkommen unterschrieben, die Reeder rechnen damit, ihre Frachter aus der Straße von Hormus wieder freizubekommen – und überall hört man dasselbe erleichterte Ausatmen:

„Super. Jetzt wird alles wie vorher und die Preise sind wieder normal. Böse Werke!

Von wegen – das ist ein Irrtum. Nicht weil es bequem klingt und die bösen Werke zu teuer gekauft haben, sondern weil es eben nicht stimmt.

Wer aus der fallenden LME ableitet, dass die EN-AW-6063-Bolzen morgen wieder fließen wie 2024, der verwechselt einen Vertrag mit physischem Metall. Die LME handelt eine Erwartung. Der Strangpressbolzen ist ein Stück Aluminium, das eine Gießerei verlassen muss, das Energie braucht, das Tonerde frisst – und das alles passiert nicht in Genf bei Cola, Champagner und Burgern, sondern in einer Handvoll Werke rund um eine 33 Kilometer schmale Wasserstraße.

Acht Werke, eine Engstelle

Schauen Sie auf die Karte. Acht Primäralu-Smelter drängen sich um die Straße von Hormus. Blau die „gute“ arabische Seite, rot die „böse“ Iran-Seite. Warum böse? Weil die EU eben aus dem Iran nichts kaufen darf.  So einfach ist das: Blau ist gut, Rot ist tabu.

Für unsere Welt –Strangpressbolzen aus EN AW-6063 – zählt somit nur die blaue Seite:

  • ALBA, Bahrain (1)
  • Ma’aden, Saudi-Arabien (2)
  • Qatalum, Katar (3)
  • EGA Jebel Ali, Dubai (4)
  • EGA Al Taweelah, Abu Dhabi (5)
  • Sohar, Oman (6)

Das ist das Rückgrat der Strangpressindustrie Europas. Diese Smelter sind die, deren billiger Gas-Strom über Jahre die EN-AW-6063-Bolzen so wettbewerbsfähig gemacht hat, dass halb Europa sie eingekauft hat. Die rote iranische Seite (7 und 8) spielt für unsere Versorgung praktisch keine Rolle – sanktioniert, abgeschnitten, kein Thema für einen EU-Strangpresser.

Die ganze Golfregion macht rund acht bis neun Prozent der weltweiten Primäraluminium-Produktion aus und der Löwenanteil davon ging bisher durch Hormus nach draußen. Acht bis neun Prozent klingen nach wenig. Das ist es nicht – nicht, wenn vier dieser sechs Werke gleichzeitig humpeln.

Sohar ist kein Ersatz. Sohar ist ein Hafen.

Der erste Reflex in der Branche: „Dann nehmen wir eben Sohar, das liegt doch außerhalb von Hormus, am Golf von Oman.“ Richtig – und trotzdem ein Denkfehler.

Sohar ist klein. Und Sohar liefert grob sechzig Prozent seiner Produktion an die heimische omanische Weiterverarbeitung. Was übrig bleibt, reicht nicht ansatzweise, um EGA, Qatalum und Alba zu ersetzen. Das wäre, als wollte man einen ausgefallenen Hochofen mit einer gut sortierten Schlosserei vergleichen.

Der eigentliche Wert von Sohar in dieser Krise ist nicht der Smelter, sondern der Hafen. Über Sohar (und Fujairah und Duqm) wird jetzt Tonerde hereingeschleust und Fertigmetall per Lkw hinausgekarrt – an Hormus vorbei. Wer Sohar als Bolzen-Quelle verkauft, verwechselt den Notausgang mit dem Wohnzimmer.

Der Punkt, an dem es bei den meisten klingelt: keine Tonerde rein, keine Bolzen raus

Und jetzt kommt der Teil, den die LME-Optimisten gern überspringen.

Ein Smelter ist keine Fabrik, die man mit einem Handschlag in Genf einschaltet. Für jede Tonne Aluminium braucht ein Smelter rund zwei Tonnen Tonerde (Alumina) als Schüttgut, das per Bulker über See kommt. Keine Gießerei der Welt produziert auch nur ein Kilo Bolzen ohne diesen dauernden Fluss an Nachschub.

Und genau hier ist der Knoten. Egal, wie gut Trump argumentiert, und egal, was man vom Papier, das in der Schweiz unterschrieben wurde, halten mag: Kein Reeder ist so dumm, jetzt einen großen Bulker voller Alumina in die Straße von Hormus hineinzuschicken. Alle sind heilfroh, ihre teuren Frachter überhaupt erst einmal wieder herauszubekommen. Wer da freiwillig wieder hineinfährt, riskiert sein Schiff, seine Crew und seine Versicherungsprämie – für eine Ladung Tonerde. Wer soll das machen?

Was stattdessen passiert, ist Behelf: Tonerde in Säcken, angelandet außerhalb der Straße, dann auf den LKW und über die Wüste zu den Smeltern gefahren. Das funktioniert. Aber es ist teuer, es ist langsam, und es ist gedrosselt. Die seewärtigen Tonerde-Importe in den Golf lagen zuletzt noch unter dem Fünfjahresschnitt. Wieviel passt auf einen LKW und wieviel auf einen Frachter? 
Sehr Ihr selber, oder?

Und das ist die Logik: Kommt keine Tonerde rein, kommen keine Bolzen raus.

Punkt aus fertig! Ist so, war so und bleibt so! 

Ein unterschriebenes Friedenspapier füllt keinen Tonerde-Silo.

Die Werke selbst sind teilweise zerstört, gedrosselt und haben zweimal höhere Gewalt verursacht. Als ob der Nachschub allein nicht reichte, stehen die Gießereien nun selbst blank da:

  • EGA Al Taweelah hat durch den Angriff erheblichen Schaden genommen. EGA selbst rechnet damit, dass die vollständige Wiederherstellung der Primärproduktion bis zu zwölf Monate dauern kann. Mit beschädigt: die werkseigene Tonerde-Raffinerie, die fast die Hälfte des eigenen Tonerdebedarfs deckte.
  • Alba lief nach dem Treffer zeitweise auf rund 30 Prozent.
  • Qatalum fuhr wegen Gasmangels einen kontrollierten Shutdown und hält sich seither bei etwa sechzig Prozent über Wasser.
  • Und Hydro hat innerhalb von drei Monaten zweimal Force Majeure erklärt: erst wegen des Gasmangels bei Qatalum, dann ein zweites Mal, nachdem Qatalum die Vermarktungsvereinbarung gekündigt hat.

Wenn ein Konzern wie Hydro zweimal in einem Quartal höhere Gewalt erklärt, ist das kein vorbeilaufendes, leichtes „Gewitterken“. Das ist ein Konzern, der auf wenigen Linien läuft, mit beschädigter Infrastruktur, knappem Strom und gerissenen Lieferketten. So etwas fährt man nicht mit einem Knopfdruck wieder hoch. Reduktionszellen, die einmal kalt sind, sind ein monatelanges Projekt – kein Wochenende.

Die LME darf und wird fallen bei Frieden, aber der Bolzen folgt nicht im Gleichschritt.

Verstehen Sie mich richtig: Ja, die LME fällt. Und sie hat gute Gründe dafür. Im Papiermarkt schlägt im Moment die Rezessionsangst die Knappheit: die Nachfrage ist schwach, also gibt der Preis nach. Das ist völlig rational und soweit normal.

Aber die LME ist die Standard-Massel. Der Strangpressbolzen aus EN AW-6063 ist etwas anderes: ein physisches Produkt aus einer Gießerei, mit einer eigenen Prämie, gebunden an genau die Werke, die gerade beschädigt, gedrosselt oder vom Nachschub abgeschnitten sind.

Deshalb mein klares Wort an alle, die jetzt auf die alten Preise warten: Der Bolzenpreis wird leicht fallen – aber nicht wie die LME, und nicht zurück auf das Niveau von vorher und schon gar nicht heute oder morgen. Wer den Frieden in Genf eins zu eins in fallende Bolzenpreise umrechnet, rechnet sich reich. Sorry – das wird nichts.

Was das für Sie und uns heißt:

Wer heute Bolzen braucht, braucht zwei Dinge: einen Lieferanten, der nicht erst beim Smelter anfragen muss, ob überhaupt produziert wird und einen, der ehrlich genug ist, den Friedensirrtum nicht mitzumachen. Wir bei mejo haben unsere Position bewusst gefüllt, als andere noch auf die schnelle Entspannung gewettet haben. Lieferfähigkeit ist in genau solchen Phasen kein Marketingwort, sondern der Unterschied zwischen „kann ich morgen pressen“ und „muss ich die Linie anhalten“.

Die LME fällt. Juchhuuu. Toll. Die Bolzen kommen wieder. Auch schön. Aber sie kommen langsamer, teurer und in geringerer Menge, als der Friedensoptimismus und Donald uns gerade weismachen wollen. Und jetzt kommt bestimmt wieder einer und sagt was über Bolzen aus Russland. Ja klar, die gibt es auch. Aber wissen Sie was? Der Russe ist auch nicht blöd. Wenn einer aus der EU kommt und beim bösen, bösen und ganz besonders bösen Russen anklopft, dann freut der sich nicht nur aus Nächstenliebe.

Wirklich spannend ist, wie das wachsende Angebot aus Indonesien die LME noch beeinflussen wird – aber das diskutieren wir dann ein anderes Mal.

Bleiben Sie nüchtern. Wir tun es auch.

Raketeneinschläge am Golf versetzen die Industrie in Alarmbereitschaft

Eine drohende Aluminium Knappheit lässt aufhorchen. Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat am vergangenen Wochenende eine neue, gefährliche Eskalationsstufe erreicht. Während bisher primär die Blockade von Handelswegen im Fokus stand, zielen die jüngsten Ereignisse direkt auf das Herz der globalen Aluminiumproduktion.

Aluminiumhütten unter Beschuss

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Bahrains unter Berufung auf den Hersteller Alba (Bahrain Aluminium) meldete, wurde das Werk am Samstag zum Ziel eines iranischen Angriffs. Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten, dass sie neben Alba auch die Anlagen von Emirates Global Aluminium (EGA) mit Drohnen und Raketen attackiert haben.

Diese Angriffe, laut Teheran eine Vergeltung für Schläge gegen iranische Stahlwerke, haben laut ersten Berichten von Bloomberg und der Tagesschau „erhebliche Schäden“ an der Infrastruktur verursacht. Experten von ING Economics warnen bereits: Selbst, wenn sich die Lage morgen entspannen würde, könnten die daraus resultierenden Lieferausfälle aufgrund der massiven Beschädigungen noch lange fortbestehen.

Wir haben bereits in einem vorherigen blogpost über eine Teilstilllegung Albas Anfang März berichtet, als der Konzern Force Majeure erklärte. Alba ist das weltweit größte Aluminiumwerk außerhalb Chinas – ein längerer Ausfall betrifft die globalen Lieferketten, Preise und Angebote von Aluminium.

Schock an der LME: Warum die gefallene 3.400-Dollar-Marke erst der Anfang ist

Die Reaktion an den Börsen ließ nicht lange auf sich warten. An der Londoner Metallbörse (LME) schoss der Preis für das Leichtmetall unmittelbar nach Bekanntwerden der Angriffe um über vier Prozent nach oben. Seit Beginn des Kriegs ist der Aluminiumpreis mehr als neun Prozent gestiegen. Aktuell notiert Aluminium bei rund 3.484 Dollar pro Tonne – ein Niveau, das die Produktionskosten für die europäische Verarbeitungsindustrie massiv unter Druck setzt.

Dadurch verschärft sich ein ohnehin prekäres Szenario:

  1. Langwierige Reparaturen: Das Hochfahren beschädigter oder abgeschalteter Hütten kann sechs bis zwölf Monate dauern.
  2. Import-Abhängigkeit: Da Europa 20 % seines Primäraluminiums aus der Golfregion bezieht, droht ab Juni/Juli eine physische Lücke in der Versorgungskette.
  3. Schrottmangel: Der Ausfall der Primärproduktion lässt auch die Nachfrage nach Recyclingmaterial explodieren, was die Preise für Sekundäraluminium zusätzlich antreibt.

Rotterdam-Prämie als Krisenindikator: Ein Anstieg von 88 %

Für die verarbeitende Industrie in Europa ist der LME-Kurs nur die Basis. Ein weitaus kritischerer Faktor ist die sogenannte „Rotterdam-Prämie“. Diese Prämie wird auf den LME-Preis aufgeschlagen, um die physische Lieferung von Aluminium in Europa abzubilden.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • Am 02.01.2026 lag die Prämie noch bei 480 USD/Tonne.
  • Bis zum 27.03.2026 explodierte sie auf 900 USD/Tonne.

Das ist ein Anstieg von 88 % in knapp drei Monaten. Zusammen mit den ebenfalls massiv gestiegenen Frachtkosten treibt dies die Kosten für Profile enorm in die Höhe.

Die drohende Aluminium Knappheit wird hier physisch greifbar: Wer heute Material will, muss tief in die Tasche greifen – falls er überhaupt welches bekommt.

Aluminium Knappheit: Die Illusion der „Festung Europa“

Viele Unternehmen setzen die Hoffnung daher auf europäische Werke, in der Hoffnung, die Knappheit von Aluminium so zu umgehen. Doch die Wahrheit ist ernüchternd, denn Europa ist ein Nettoimporteur: Rund 50 % des Primäraluminiums müssen eingeführt werden, da die heimische Produktion aufgrund hoher Energiekosten über Jahre unrentabel wurde.

Ein möglicher Engpass betrifft nicht nur den Export von Primäraluminium, aus der Golfregion, sondern auch von Alumina (Tonerde), dem Vorprodukt von Aluminium.

Das Problem: „Europe only“ funktioniert nicht. Ohne Alumina steht in Europa die Produktion genauso still wie in der Golfregion. Die globalen Logistikketten sind so eng verzahnt, dass eine Blockade am Golf zeitverzögert auch europäische Schmelzhütten erreicht.

Volle Lager & sichere Bolzen-Kontingente

Inmitten dieser globalen Krise bieten wir Ihnen eine wichtige Sicherheit: Wir sind lieferfähig.

Während die Branche über drohende Produktionsstopps in der Automobil- und Luftfahrtindustrie spekuliert, haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Wir waren längst gegen die physische Verknappung am Weltmarkt abgesichert:

  • Maschinenbauprofile ab Lager: Unsere Bestände an machinebouwprofielen sind so groß, dass wir auch bei einem totalen Importstopp aus der Golfregion voll lieferfähig bleiben.
  • Gesicherte Bolzen-Kontingente: Für Ihre individuellen Sonderprofile haben wir uns bereits frühzeitig Zugriff auf große Kontingente an Aluminiumbolzen gesichert. Melden Sie sich, um Ihre kommenden Projekte bereits jetzt bei uns einzuplanen.

Der Krieg am Golf trifft die globale Industrie hart und sorgt für eine mögliche Aluminium Knappheit. Aber Ihr Projekt muss nicht stillstehen. Sichern Sie sich jetzt Ihre Bestände!

Unsere Profile sind lieferfähig

Die Nachrichten aus dem Nahen Osten überschlagen sich, und die Auswirkungen auf die globalen Rohstoffmärkte sind bereits deutlich spürbar. Marktanalyst:innen sprechen offen von einem „geopolitischen Black Swan“ – ein unvorhersehbares Ereignis, das die gewohnten Marktmechanismen außer Kraft setzt. Besonders die Versorgung mit Aluminium im Iran-Konflikt sorgt aktuell für massive Unsicherheit in der Industrie.

Die kritische Lage am Aluminiummarkt: Fakten & Hintergründe

Warum ist die aktuelle Situation so brisant? Die Golfregion ist mit rund 9 % Weltmarktanteil das Herzstück der globalen Aluminiumproduktion. Ein zentrales Nadelöhr ist die Straße von Hormus, über die jährlich mehr als 5 Millionen Tonnen Aluminium verschifft werden. Aber auch die Vorprodukte für die Aluminiumherstellung, Tonerde und Bauxit werden darüber angeliefert.

Für westliche Käufer ist diese Region faktisch der bedeutendste strategische Partner außerhalb Chinas.

Aktuelle Meldungen: Steigende Aluminiumpreise und Lieferstopps

Die angespannte Lage und die Sorge um die Sicherheit der Handelsrouten geben Anlass zur Sorge:

  • Produktionsstopps: Qatalum (Katar) stoppt Teile der Produktion.
  • Force Majeure: Alba (Bahrain) hat „höhere Gewalt“ auf Lieferungen erklärt.
  • Logistik-Engpässe: Emirates Global Aluminium (VAE) meldet verzögerte Exporte.

Gleichzeitig steigen durch die Bedrohung der Handelsrouten die Kosten für Energie, Transport und Versicherungen rasant an. Die Konsequenz: Ebenfalls steigende Aluminiumpreise und eine eingeschränkte Warenverfügbarkeit sind kurzfristig kaum zu vermeiden.

mejo ist vorbereitet: Volle Lager trotz Iran-Konflikt

Die gute Nachricht für unsere Kunden: Wir haben rechtzeitig vorgesorgt! Während der Markt unruhig wird, bleibt mejo Ihr verlässlicher Partner für Aluminiumprofile. Wie bereits in früheren Krisensituationen haben wir strategisch investiert, um Ihre Lieferketten zu stützen.

  • Maximale Lagerkapazitäten: Unsere Lager sind gefüllt. Wir können Ihre Bedarfe sofort bedienen.
  • Sofortige Lieferfähigkeit: Unsere Maschinenbauprofile sind direkt ab Lager verfügbar – ohne die derzeit branchenüblichen langen Wartezeiten.
  • Flexibles Netzwerk: Dank unseres großen Netzwerks an internationalen Partnerwerken finden wir auch für Ihre individuellen Sonderprofile zeitnah Lösungen.

Jetzt handeln: Projekte absichern und Aluminium-Preisschwankungen entgegensteuern

Stephan Josten und ein Team stehen im Lager zwischen Aluminiumprofilen

In volatilen Zeiten ist Schnelligkeit ein Wettbewerbsvorteil. Unser Rat an alle Einkäufer:innen und Projektplaner:innen: Warten Sie nicht, bis weitere Preissteigerungen oder Lieferstopps die Kalkulation erschweren.

  1. Maschinenbauprofile: Sichern Sie sich jetzt Ihre benötigten Systemprofile direkt ab Lager.
  2. Sonderprofile: Planen Sie kurzfristig Ihren Bedarf an Sonderprofilen, damit wir gemeinsam zeitnah Lösungen realisieren können.

Nutzen Sie unsere aktuelle Lieferfähigkeit, um Ihre Projekte abzusichern und echte Planungssicherheit für die kommenden Monate zu schaffen.

Wir bleiben Ihr stabiler Anker in volatilen Zeiten.

CBAM, Corona und Rezession

Die Aluminiumbranche steckt aktuell in sehr schweren Zeiten: Rezession, hohe Energiekosten, politische Fehlentscheidungen – und über allem schwebt CBAM, die nächste große Kostenlawine, die 2026 über uns hereinbrechen wird. Viele Werke in Europa, der Türkei oder Asien kämpfen schon jetzt ums Überleben. Insolvenzen häufen sich.

Nervosität und Unsicherheit nehmen zu.

Bei mejo nicht. Wir sind kerngesund – und unser Lager zeugt von dieser Stärke.

Mit vollem Magazijn und einem Sortiment, das vom Maschinenbauprofil bis zum Richtblok CBAM-ready ist, garantieren wir Sicherheit in unsicheren Zeiten.

Wie es so zur aktuellen Lage der Aluminiumbranche kam

Die meisten Werke haben in den Jahren 2021 und 2022 den Fehler gemacht, die damaligen Mengen als „neues Normal“ zu sehen. Dabei waren es nichts anderes als Nachholeffekte nach Corona – ein kurzes Strohfeuer.

Statt die Füße stillzuhalten, haben viele ihre Kapazitäten massiv ausgebaut: neue Pressen, neue Gießereien, alles auf Kredit.

Und jetzt?

Die Nachfrage ist runter, die Lager waren voll, die Kredite bleiben.

Die Preise lassen sich nicht mehr durchsetzen – und einige Werke sind bereits insolvent.

Die Folge?

Kunden werden verunsichert, bekommen Vorkasseforderungen, halten ihr Geld zurück. Werke kämpfen ums Überleben. Und so dreht sich die Spirale weiter.

Die Auswirkungen von CBAM

CBAM wird die Preise weiter erhöhen – und gleichzeitig eine Bürokratiewelle lostreten, die gerade kleine und mittlere Betriebe kaum stemmen können.

Schon jetzt hören wir die Frage: „Wie sollen wir das auch noch machen?“

Die Wahrheit ist: Viele werden es nicht schaffen.

Wer überlebt – und wer nicht

Es bleiben am Ende nur zwei Gruppen übrig:

  1. Werke, die finanziell extrem stark sind.
  2. Händler, die mit Lager und Organisation den Unterschied machen.

Denn die breite Masse der Kunden braucht Partner, die bedarfsgerecht liefern können – in jeder Losgröße, schnell, zuverlässig – und die den CBAM-Aufwand gleich mit erledigen.

Für uns selbstverständlich, denn unsere Mengen bedeuten eine unumgängliche CBAM-Meldepflicht. (Aber ganz ehrlich: Spaß macht uns CBAM auch nicht.)

Warum wir diesen Weg gehen

Sicherheit besteht nicht nur aus Fakten. Sicherheit ist auch ein Gefühl.

Genau deshalb setzen wir bei mejo auf zwei Botschaften, die wir immer wieder kommunizieren: 

  • Volles Lager = volle Sicherheit.
    Wir sind lieferfähig, liquide und zuverlässig. 
  • CBAM ready.
    Wir nehmen unseren Kunden den kommenden Stress ab. Unsere Aluminiumprofile, Verbundplatten und das gesamte Zubehör sind CBAM-ready und bedeuten für unsere Kunden keinen zusätzlichen CBAM-Aufwand.

Fazit

Der Markt wird sich bereinigen. Viele werden verschwinden.

mejo bleibt – mit Lager, Marken, Stabilität.

Und wir sind bereit für CBAM.

Übrigens: Die wichtigsten Infos zu CBAM und eine ordentliche Portion Meinung haben wir bereits Anfang letzten Jahres in diesem Blogpost zusammengefasst: CBAM einfach erklärt

mejo – seit 1932. Aluminiumprofile. Starke Lager. Starker Partner.

Nach knapp anderthalb Jahren Entwicklungszeit erstrahlt der Onlineauftritt der mejo Metall Josten GmbH & Co. KG in neuem Gewand – ebenfalls neu ist ein Online-Anfragesystem, das die Angebotsanfrage für Kund:innen erleichtern soll.

Düsseldorf. In Zusammenarbeit mit der Würzburger Agentur jo’s büro hat mejo eine Website geschaffen, bei der die eigenen Produkte, Aluminiumprofile und Wabenverbundplatten, im Zentrum stehen. Eine Reduktion auf das Wesentliche war das Ziel: klare Formen, klare Wege. Die bisherige Website wurde komplett überarbeitet und modernisiert. www.mejo.de bleibt als URL erhalten.

Die Neugestaltung der Website ist ein weiterer Schritt der kontinuierlichen Modernisierung des Düsseldorfer Unternehmens, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Stephan A. Josten: „Nach mehr als einem Jahrzehnt war es an der Zeit, die alte Website in Rente zu schicken. Mit der Neugestaltung bieten wir unseren Kund:innen eine verbesserte Bedienbarkeit, schnellere Ladezeiten und ein intuitives Anfragesystem.“

Sascha Pasquariello, Head of Marketing, ergänzt: „Neben dem klaren Fokus auf verbesserte Funktionalitäten, z. B. bei der mobilen Websiteversion, war uns wichtig, mejo.de ein komplett neues Design mit einer klaren Bildsprache und einem mutigen, modernen Look zu verpassen. Hierfür haben wir uns mit jo’s büro einen erfahrenen Partner gesucht.“

Zusätzlich zu der übersichtlichen Menüführung und einem geordneten, nutzerfreundlichen Seitenaufbau ist die größte Neuerung das neu gestaltete Anfragesystem. Hier können Kund:innen neben Maschinenbauprofilen der Marken No Name Konstruktion® und No Name Solar® direkt das passende Zubehör mitanfragen. Auch individuelle Zeichnungsprofile und Standardprofile sowie alle Produkte aus dem Bereich Composites und No Name Frame® können direkt über das System angefragt werden – inklusive sämtlicher Bearbeitungswünsche.

Über mejo

Die mejo Metall Josten Aluminium GmbH & Co. KG ist seit 1932 unabhängiger Hersteller von Aluminium Zeichnungsprofilen. Das Düsseldorfer Unternehmen produziert Aluminium Sonderprofile, Maschinenbauprofile der Marke No Name Konstruktion®, Unterkonstruktionen für PV und Solar der Marke No Name Solar® und Verbundplattenprofile der Marke No Name Frame®. Dabei greift mejo auf ein Netzwerk von mehr als 30 Strangpressen mit Druckkräften zwischen 400 und 8000 Tonnen zu und ist eine der ersten Adressen für Aluminium-Wabenverbundplatten in Deutschland.

Contactpersoon voor de pers

Kim Christensen
Telefon: +49 2162 3617807
E-mail: kim.christensen@mejo.de