Was ist der Unterschied?

Aluminium ist eines der vielseitigsten Materialien, das in verschiedenen Industriezweigen weit verbreitet ist. Doch nicht alle Arten von Aluminium sind gleich. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie mehr über den Unterschied zwischen Primäraluminium und Sekundäraluminium und warum diese Unterscheidung in Bezug für Ressourcen und Sustainability von großer Bedeutung ist.

Primäraluminium: aus dem Erz gewonnen

Primäraluminium wird aus Bauxit, einer natürlichen Aluminiumerzquelle, gewonnen. Dieser Prozess erfordert erheblichen Energieaufwand, da das Bauxit zunächst in Aluminiumoxid umgewandelt und dann durch Elektrolyse in Primäraluminium umgewandelt wird. Das ist der erste Schritt in der Aluminiumproduktion und erzeugt sogenanntes „neues“ Aluminium. Dieser Weg ist energieintensiv: Die Elektrolyse allein braucht rund 13–15 Kilowattstunden Strom pro Kilogramm Aluminium.

Wichtig – und in vielen Darstellungen unterschlagen: „Primäraluminium“ hat keinen festen CO₂-Fußabdruck. Er hängt fast vollständig davon ab, womit der Strom erzeugt wird. Aluminium aus Wasserkraft (etwa aus Norwegen, Island oder Kanada) liegt bei rund 4 kg CO₂ je Kilogramm; der weltweite Durchschnitt liegt bei etwa 16 kg, kohlebasierte Produktion bei bis zu 20 kg. „Grünes“ Primäraluminium mit niedrigem Fußabdruck ist damit ein reales, handelbares Produkt, und der EU-Grenzausgleich CBAM bepreist genau diesen Unterschied.

Dies ist z. B. hervorragend nachzulesen im JRC Technical Report der EU (JRC134682 EUR 31653 EN).

Sekundäraluminium: aus dem Kreislauf zurückgewonnen

Im Gegensatz dazu stammt Sekundäraluminium, auch als Recyclingaluminium bekannt, aus bereits existierendem Aluminiummaterial. Das kann alles sein, von gebrauchten Getränkedosen bis hin zu alten Autofelgen. Das Besondere an Sekundäraluminium ist, dass es durch Schmelzen und Wiederverwertung des vorhandenen Materials gewonnen wird. Das Recycling von Aluminium ist ein äußerst effizienter Prozess, da Aluminium beliebig oft eingeschmolzen und wiederverwendet werden kann. Dies trägt nicht nur zur Energieeinsparung bei, sondern reduziert auch Abfall und minimiert die Umweltauswirkungen erheblich.

Die Verwendung von Sekundäraluminium ist eindeutig die nachhaltige Wahl. Warum also nicht nur noch Sekundäraluminium verwenden?

So einfach ist das leider nicht – aus zwei Gründen:

  1. Es gibt schlicht nicht genug Schrott. Der Aluminiumbedarf wächst weltweit, und ein großer Teil des einmal produzierten Aluminiums steckt jahrzehntelang in Gebäuden, Fahrzeugen und Maschinen. Dieses Material steht als Schrott erst viel später wieder zur Verfügung. Recycling kann die Primärproduktion deshalb ergänzen, aber auf absehbare Zeit nicht ersetzen.
  2. Für manche Anwendungen ist hohe Reinheit Pflicht. Das klassische Beispiel ist das Eloxieren.

Beim Eloxieren ist Primäraluminium zwingend notwendig

Branchen wie Architektur, Design und Elektronik setzen oft eloxiertes Aluminium ein, denn hier sind ästhetische und funktionale Oberflächen gefragt. Eloxieren ist eine Methode zur Oberflächenveredelung von Aluminium, die eine Schutzschicht aus Aluminiumoxid auf der Oberfläche erzeugt. Sie ist sehr korrosionsbeständig und lässt sich dekorativ einfärben. Für ein sauberes, gleichmäßiges Eloxal-Ergebnis kommt es aber stark auf die Legierung und den Reinheitsgrad an. Sekundäraluminium enthält oft höhere und schwankende Anteile an Begleitelementen – das kann zu Schlieren, Verfärbungen oder einem matteren Erscheinungsbild führen. Für dekorative Eloxaloberflächen wird deshalb in der Regel hochreines bzw. eng kontrolliertes Material verwendet, das in der Praxis überwiegend auf Primäraluminium beruht. Eloxiertes Aluminium ist besonders robust und edel, weshalb es in vielen Anwendungen bevorzugt wird.

Sekundäraluminium ist aufgrund seiner möglichen Vorbehandlungen und Legierungen für das Eloxalverfahren weniger geeignet. Dies bedeutet, dass Primäraluminium aufgrund seiner Reinheit unvermeidlich ist, wenn eloxierte Oberflächen benötigt werden.

Keine leichte Balance zwischen Umweltschutz und Funktionalität

Der Unterschied zwischen Primär- und Sekundäraluminium ist keine simple Gut-Böse-Frage. Sinnvoll ist ein differenzierter Blick, bei dem es auf die Anwendung ankommt: Das bedeutet, dass wir uns bemühen sollten, Sekundäraluminium zu verwenden, wo es die Anforderungen erfüllt, um Ressourcen zu schonen und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Gleichzeitig müssen wir jedoch auch die Bedürfnisse von Branchen und Anwendungen berücksichtigen, in denen Primäraluminium unverzichtbar ist. Dort, wo Primäraluminium nötig ist, empfiehlt es sich, auf Material mit möglichst niedrigem CO₂-Fußabdruck achten. Beides zusammen bringt ökologisch mehr als jede pauschale Regel.

Es ist wichtig, eine ausgewogene Herangehensweise zu finden, die sowohl ökologische als auch funktionale Anforderungen berücksichtigt.

Die Verantwortung liegt bei jedem von uns

Die Aluminiumbranche nachhaltiger zu gestalten, liegt in der Hand von jedem einzelnen von uns. Durch bewusstes Recycling, effiziente Nutzung von Sekundäraluminium und die Förderung von umweltfreundlichen Technologien können wir dazu beitragen, die Umweltauswirkungen der Aluminiumproduktion zu minimieren und gleichzeitig hochwertige Produkte herzustellen.

Insgesamt zeigt die Wahl zwischen Primäraluminium und Sekundäraluminium, dass Nachhaltigkeit und Funktionalität Hand in Hand gehen können. Es ist an uns, diese Balance zu finden und die Umweltauswirkungen unserer Entscheidungen zu minimieren.

Recycling bei mejo

Bei mejo legen wir Wert auf umweltbewusstes Handeln. In Düsseldorf, wo wir Profile bearbeiten, fallen täglich Späne und Abschnitte an. Diese sammeln wir und führen sie zurück in den Wertstoffkreislauf. Hier erfahren Sie mehr zu Recycling in unserem Unternehmen: mejo Recycling